J.H. DIENELT


Schachteletikett
DÜSSELDORFER HÖLZER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warenzeichen
DREI FLAMMEN

 Düsseldorfer Dampf-Wichse-Fabrik Dienelt & Co

Rheinisch-Westfälische Zündholz-Industrie J.H. Dienelt & Comp.
Düsseldorf-Rath, Rather Kirchplatz 9-11

Der Firma Dienelt & Co. wurden die Steuerunterscheidungsnummern (SN) 205 und 275 vergeben.

Das Unternehmen wurde nach dem Warenzeichen DREI FLAMMEN IM KREIS vom 10.6.1920 im Jahr 1888 gegründet. Es ist aber sehr fraglich, ob es sich bereits damals mit Zündhölzern (Herstellung und/oder Handel) beschäftigte.
Aus einem Ausstellungskatalog der Phillumenistischen Gesellschaft zur INTERZÜNDA 1962 in Düsseldorf geht hervor, daß 1912 Herr W.G. Groß Mitinhaber der Firma wurde und diese nach dem Tod des Gründers übernahm. Im Dezember 1927 trat der Volkswirt Dr. Walter Wilde aus Düsseldorf  als persönlich haftender Gesellschafter ein.
Die Maschinenfabrik für Streichholzmaschinen HANS BERENDT in Berlin fragte am 12.9.1928 beim Regierungspräsidenten in Düsseldorf  an, ob Bedenken gegen den Erwerb des Unternehmens hinsichtlich des Zündholz-Sperrgesetzes bestehen, wie die Maschinenfabrik von dritter Seite erfahren hatte.
Gleichzeitig (am 12.9.1928)  erkundigte sich die POTSDAMER SEIFEN- UND ZÜNDHOLZ-GROSSHANDELSGES. nach dem Ausgang des Prüfungsverfahrens über die Konzession zur Herstellung von Zündhölzern beim Regierungspräsidenten Düsseldorf.  Der Potsdamer Gesellschaft war bei Abschluß des Kaufvertrags mit Dienelt  ausdrücklich gesagt worden,  daß sie diese Konzession besitze.
Allerdings hatten die Hitdorfer Unternehmer Salm und Fitzen mit ihrem Brief vom 27.3.1928 das Regierungspräsidium Düsseldorf bereits davon unterrichtet, daß nach deren Kenntnis die im Gesetz vom 28.5.1927 aufgeführten Bedingungen nicht  vorlagen.
Der Betriebsleiter hatte bereits am 29.3.1928 gegenüber der Polizeibehörde erklärt, daß Dienelt nicht im Besitz der Erlaubnis  des  Reichswirtschaftministeriums ist.

Am 5.10.1928 erfolgte die Löschung der Firma im Handelsregister. 

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Abbildung der Kofferzündholzschachtel nicht in Originalgröße und -farbe

Kofferzündholzschachteln aus der Zeit vor 1910, also ohne SN, sind zwei bekannt. Diese wurden in der Zündholzfabrik J.M. Fitzen produziert. Was die Herstellung von normaler Schachtelware unter der Verwendung der SN 205 anbelangt, so hat diese vermutlich in einem kurzen Zeitraum stattgefunden. Ob sich Dienelt dabei allerdings eigener Geschäftsräume bediente, ist fraglich. Die Schachtelware hätte auch in anderen Firmen hergestellt werden können. Nur der Firmenname mußte in diesem Fall zur Verfügung gestellt werden.
Hinsichtlich der Geschäftsräume/Produktionsstätte von Dienelt konnte ich den historischen Akten beim Hauptstaatsarchiv eine Beschwerde vom 5.1.1928 entnehmen. Hiermit legt ein Hausbewohner des Grundstücks <Rather Kirchplatz 11> Einspruch gegen die Errichtung einer Zündholzfabrik  ein. Er führt aus, daß "die Arbeiten zur Einrichtung des Unternehmens am Samstag, den 31.12.1927 in dem Schlafzimmer eines Angestellten der Firma, welches den für die Fabrik vorgesehenen Räumlichkeiten benachbart sind, ein Brand, und zwar nach deren Informationen durch einen Kessel mit Schwefel, der auf den Ofen gesetzt war, entstanden ist, zu dessen Löschung die Feuerwehr alamiert werden mußte".

Die Vergabe der SN 275 deutet darauf hin, daß die Firma Dienelt durch die Industriewerke Schleißheim in Schleißheim bei München produzieren ließen, denn die SN 275 war auch dieser Unternehmung zugewiesen. Die Industriewerke stellten tatsächlich Zündhölzer, unter anderem auch die Jan-Wellem-Hölzer (SN 275), her - sicherlich für Dienelt.

 

Quellen: Historische Akten  des Hauptstaatsarchivs zu Düsseldorf
              Privatarchive + Sammlungen (Abbildung der Kofferzündholzschachtel )
              Axel Winner, Altena und
              Wolfgang Brauer